Medienbildung2017-01-19T15:37:19+00:00

Links zum Thema Jugendmedienschutz

By |Oktober 7th, 2014|Categories: Links, Medienbildung|

Hier finden Sie einige wichtige Adressen rund um das Thema Jugendmedienschutz. Sollten Sie Fragen oder Anregungen haben, können Sie sich gerne an uns wenden.

www.klicksafe.de
Die Internetseite zum Thema Jugendmedienschutz. Eine Initiative der EU, die mit reichlichen Mitteln ausgestattet viele Projekte zu diesem Thema durchführt. Die Seite, die eine Fülle an Informationen bietet, ist stets aktuell und greift zügig neue Trends auf.

www.medien-sicher.de
Die Internetseite von Günter Steppich. Der Wiesbadener Lehrer war mehrere Jahre Jugendmedienschutzbeauftragter des Kultusministeriums und bietet auf seiner Seite viele hilfreiche Tipps und Hilfen für Eltern und Lehrer.

www.juuuport.de
Eine Seite, die von Jugendlichen für Jugendliche gestaltet wird und Hilfe und Orientierung bieten möchte. Obwohl die Zielgruppe die Jugend ist, ist die Seite auch für Eltern und Pädagogen sehenswert.

www.handysektor.de
Ähnlich wie juuuport ist auch hier die Seite für Jugendliche gemacht. Die Themen beziehen sich jedoch alle auf Handy, Apps und Dinge, die hiermit zusammenhängen.

www.projuventute.ch
Schweitzer Seite, die viele Aspekte des Jugendmedienschutz aufnimmt. Vor allem im Bereich SEXTING findet man hier wertvolle Tipps und Hilfen. Sowohl in der Prävention als auch, wenn sich ein Vorfall ereignet hat.

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Urheberrecht und Unterricht

By |Dezember 19th, 2013|Categories: Medienkompetenz|

 (Stand: Januar 2013)

Was sind eigentlich Unterrichtsmedien, bei denen das Urheberrecht eine Rolle spielt?

Texte, Bilder, Töne, Filme und Computerprogramme bzw. deren beliebige Kombination unterliegen regelmäßig dem Schutz des Urheberrechts. Eine besondere Kennzeichnung ist dafür nach deutschem Recht nicht erforderlich.

Urheberrechtlich geschützt sind der Inhalt und die Gestaltung. Beim Kauf eines Buches z.B. erwirbt man das Eigentum am Papier, an der Druckerschwärze, dem Leim (der die Seiten zusammenhält), nicht jedoch an dessen Inhalt.

Generell verboten ist das Kopieren aus Schulbüchern und Arbeitsheften sowie von Lernsoftware und Unterrichtsfilmen. Durch Vertrag zwischen den deutschen Bundesländern und einigen Verwertungsgesellschaften, u.a. der VG WORT, GEMA, VFF (Verwertungsgesellschaft der der Film- und Fernsehproduzenten), ist es erlaubt, auch aus Schulbüchern, Kino- und Fernsehfilmen kleine Teile eines Werkes (12 %), bei Filmen und Musik maximal fünf Minuten für unterrichtliche Zwecke zu kopieren. Hierfür zahlen die Bundesländer einen erheblichen Geldbetrag. Diese Regelung umfaßt jedoch nicht Lernsoftware und Unterrichtsfilme. Ohne den entsprechenden Schutz würde die Produktion von eigens für den Unterricht hergestellten Medien und Materialien sehr schnell zusammenbrechen.

In ihren eigenen vier Wänden dürfen Lehrerinnen und Lehrer praktisch alle Medien nutzen, kopieren und archivieren. Aber sie dürfen sie – von wenigen Ausnahmen abgesehen – nicht mit in die Schule nehmen und im Unterricht einsetzen.

Der Grund dafür liegt auf der Hand: Im § 53 UrhG heißt es unmissverständlich: „(1) Zulässig sind einzelne Vervielfältigungen eines Werkes durch eine natürliche Person zum privaten Gebrauch auf beliebigen Trägern, sofern sie weder unmittelbar noch mittelbar Erwerbszwecken dienen 

[…].“ Das Unterrichten ist aber der Beruf, man könnte auch sagen das Gewerbe des Lehrers. Der Einsatz privater Kopien im Unterricht würde also mittelbar Erwerbszwecken dienen (mittelbar deswegen, weil die Lehrkraft keine zusätzlichen Einkünfte erzielt, wenn sie Medien einsetzt). Dies gilt auch für Aufzeichnungen und Kopien, die durch Schüler, deren Eltern oder andere Personen angefertigt worden sind. Sobald sie im Unterricht eingesetzt werden, dienen sie mittelbar Erwerbszwecken, und das ist verboten.

All das würde die Mediennutzung in der Schule massiv einschränken, gäbe es nicht einige Schulprivilegien und generelle Ausnahmen. Aber auch hier ist zu beachten, dass ein Werk zwar u. U. im Unterricht eigesetzt werden darf, damit jedoch im Allgemeinen keine Befreiung von derVergütungspflicht einhergeht. So zahlen beispielsweise die meisten Schulträger einen Pauschalbetrag an die GEMA, um den Einsatz von Musik im Unterricht zu ermöglichen.

Wesentlich ist in jedem Fall, dass der Einsatz von Medien der Vermittlung von Inhalten bzw. erzieherischen und sozialen Zwecken einer bestimmt abgegrenzten Gruppe (Klasse) dient.

Schulpriviligen und „urheberrechtsfreie“ Medien und Software

Schulfunk- und Schulfernsehsendungen dürfen auf Bild- und Tonträger übertragen und im Unterricht eingesetzt werden, allerdings nur bis zum Ende des auf die Ausstrahlung folgenden Schuljahres (§ 47 UrhG).

Öffentliche Reden, die bei öffentlichen Versammlungen oder bei öffentlichen Verhandlungen vor staatlichen, kommunalen oder kirchlichen Organen gehalten oder durch Presse, Funk und Fernsehen verbreitet worden sind, dürfen kopiert bzw. aufgezeichnet und im Unterricht eingesetzt werden (§ 48 UrhG).

Nachrichten, die durch Presse und Funk verbreitet worden und nicht mit einem Vorbehalt der Rechte versehen worden sind, dürfen aufgezeichnet, vervielfältigt und im Unterricht eingesetzt werden (§ 49 UrhG).

Die Problematik liegt hier im „Vorbehalt der Rechte“: Namentlich gezeichnete Beiträge in Zeitungen und Zeitschriften, Funk- und Fernsehsendungen, bei denen die Autoren und Mitwirkenden genannt werden bzw. am Ende ein Textband mit den Namen der Mitwirkenden durchs Bild läuft, sind geschützt und dürfen nicht verwendet werden.

Funk- und Fernsehsendungen dürfen „zur Unterrichtung über Tagesfragen“ für kurze Zeit aufgezeichnet und eingesetzt werden (§ 53 (2) 3.). Sobald das Thema nicht mehr aktuell ist, erlischt diese Erlaubnis.

Kleine Teile eines Werkes, Werke von geringem Umfang oder einzelne Beiträge in Zeitungen und Zeitschriftendürfen im Schulunterricht in der für eine Schulklasse oder für Prüfungen erforderlichen Anzahl vervielfältigt und eingesetzt werden (§ 53 (3) und 52a UrhG). Durch Vertag zwischen den Bundesländern und Verwertungsgesellschaften ist „kleine Teile“ dahin gehend präzesiert, das dies maximal 10 % (maximal 20 Seiten) eines Werkes, maximal 5 Minuten Film, maximal 5 Minuten eines Musikstücks, sowie alle vollständigen Bilder, Fotos und sonstige Abbildungen sind. Ausgenommen bleiben jedoch Werke, die speziell für den Unterrichtsgebrauch an Schulen bestimmt sind (§ 52a Abs. 2 UrhG).

Einzelne Elemente von Datenbankwerken dürfen ebenfalls für unterrichtliche Zwecke in der unmittelbar notwendigen Anzahl kopiert und verwendet werden (§ 53 (5)).

Medien und Software aus dem Internet sind nicht urheberrechtsfrei. Aber es gibt hier die Ausnahmen derGNU Public Licence, hierzu gehört z.B. das Betriebssystem Linux oder das Creative Commons (CC)Label. Etliche Texte, Fotos und Filme sind mit ihm gekennzeichnet. Das bekannteste CC dürfte Wikipedia sein. Genauere und ausführlichere Informmationen erhält man unter www.gnu.org bzw. de.creativecommons.org

In jedem Fall gilt es bei Internetquellen unter den allgemeinen Geschäftsbedingungen nachzusehen, in welchem Rahmen eine Verwendung der Inhalte erlaubt ist, will man nicht böse Überrschungen erleben.

Gesamtvertrag zwischen den deutschen Bundesländern und Rechteinhabern.
vertreten durch VG WORT, VG Bild-Kunst, VG Musikedition und VdS Bildungsmedien e.V (Schulbuchverlage)

Durch die Zahlung von 9.000.000,- € allein für das Jahr 2013 haben die Länder der BRD weitere Nutzungsmöglichkeiten für Lehrkräfte, die an staatlichen, kommunlaen und privaten Schulen im Sinne der jeweilgen Landesschulgesetze sowie an Schulen des Gesundheitswesen tätig sind erworben. Dies betrifft insbesondere die Erlaubnis digitale Kopien (Digitalisate) von Printmedien, auch Unterrichtswerken und Musikeditonen, die ab 2005 erschienen sind durch einscannen anzufertigen. Diese Digitalisate dürfen in Arbeitsblätter für den eigenen Unterricht eingefügt werden. Auch hier gilt die 10% Regel was den Umfang anbelangt. Die Quellen müssen – auch in den Arbeitsblättern – angegeben werden. Auch die elektronische Präsentation und Weitergabe an die Lernenden ist jetzt zulässig. Ebenso Ausdruck und elektronische Speicherung. Eine Veröffentlichung z.B. im Internet oder dem für alle Lernenden einer Schule zugänglichen Teil des schulischen Intranets ist nicht erlaubt.

Anwendungsfälle in der Schule:

Darf ich … ja nein Hinweise
… einen Artikel aus einer Zeitung oder einer Zeitschrift kopieren bzw. einscannen und in ein Arbeitsblatt einfügen? X . Quelle angeben!
… ein Foto oder eine Grafik aus einer Zeitschrift oder dem Internet auf eine Overhead-Folie und ein Arbeitsblatt drucken? X . Quelle angeben!
. X Wenn dies ausdrücklich untersagt ist; insbesondere bei Internetquellen unbedingt im Impressum oder bei den AGBs nachsehen!.
… ein Foto, eine Grafik und/oder einen Text aus einem Schulbuch oder Arbeitsheft auf eine Overhead-Folie oder ein Arbeitsblatt kopieren? . X Es sei denn, die Einzelgenehmigung des Verlags liegt hierfür vor!
Durch Vertrag zwischen den im Verband Bildungsmedien vertetenen Schulbuchverlagen für ab 2005 erschienene Werke erlaubt.
… ein Foto aus einem Bildband einscannen und auf eine Overhead-Folie drucken, um es der ganzen Klasse zeigen zu können?  X . Quelle angeben!
… ein Lernprogramm aus dem Internet herunterladen und im Unterricht einsetzen? X . Nur, wenn es sich um Freeware handelt und die Nutzung ausdrücklich erlaubt ist.
. X In allen anderen Fällen..
… ein Arbeitsblatt aus dem Internet herunterladen und unverändert vervielfältigen? X . Die Quelle muss ersichtlich sein.
… ein von mir selbst gestaltetes Arbeitsblatt an Kollegen / „U+ Kräfte“ weitergeben? X . Wenn alle Teile des Arbeitsblattes von Ihnen selbst stammen.
. X Wenn das Arbeitsblatt Teile geschützter Werke enthält (z.B. Grafiken, Fotos, Textauszüge/Zitate).
… Fotos, Texte und Grafiken aus einer CD-ROM oder DVD in eigene Unterrichtsmaterialien einbauen? X . Wenn das Programm auf dem Datenträger über eine Kopierfunktion verfügt und diese Nutzung nicht ausdrücklich untersagt ist.
. X Wenn es nur über die „Druck“-Taste geht oder gar ein Kopierschutz umgangen werden muss.
… eine entliehene CD, DVD oder Videokassette kopieren? . X Unter keinen Umständen!
… eine gekaufte CD oder DVD kopieren? X . Nur bei Computerprogrammen als Sicherheitskopie.
. X In allen anderen Fällen.
… eine Fernsehsendung (z.B. einen Tierfilm) aufzeichnen und im Unterricht einsetzen? . X Aufzeichnen schon, aber nicht einsetzen „Tagesaktualität“ liegt hier in den seltensten Fällen vor.
… einen Fernsehbericht (z.B. über eine Naturkatastrophe) aufzeichnen und im Unterricht einsetzen? X . Aber nur im unmittelbaren zeitlichen Zusammenhang mit der Sendung (ca. 1 Woche) bzw. so lange diese Naturkatastrophe in den Medien eine Rolle spielt.
… einen Spielfilm im Fernsehen aufzeichnen und im Rahmen der Medienerziehung einsetzen? . X Die kommunalen und kirchlichen Medienzentren verfügen über ein großes Angebot von Spielfilmen, die legal eingesetzt werden dürfen.
… eine Radiosendung aufzeichnen, einige Interviews herausschneiden und diese im Unterricht einsetzen? X . Im Prinzip: „Zur Unterrichtung über Tagesfragen“ darf die ganze Sendung verwendet werden, später nur kleine Teile daraus.
… eine Schulfernsehsendung auch nach drei Jahren verwenden? . X Ausnahme: Die Sendung wird im Schulfernsehen wiederholt.
… ein Video aus YouTube herunterladen und im Unterricht einsetzen? . X Die AGB von YouTube erlauben nur das unmittelbare Ansehen per Lifestream und auch das nur im privaten Bereich.

Quellen (2009): mit freundlicher Genehmigung des Instituts für Film und Bild in Wissenschaft und Unterrichtgemeinnützige GmbH (FWU), Postfach 12 61, Bavariafilmplatz 3, 82026 Grünwald und der Akademie für Lehrerfortbildung und Personalführung (alp), Kardinal-von-Waldburg-Str. 6-7, 89407 Dillingen .

Die Autoren dieser Artikel zum Urheberrecht sind Johannes Philipp und Heiko Reek. Johannes Philipp war im FWU u.a. verantwortlich für die Arbeitsbereiche Mediendokumentation, Datenbank Bildungsmedien, Medientechnik sowie Ganztagsschulen/Schulmediotheken; heute arbeitet er beim alp. Heiko Reek leitet das Referat „Recht“ im FWU.

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